Als sich der Kreistag zu seiner konstituierenden Sitzung traf, mochten selbst eingefleischte Lokalpolitiker ihren Augen nicht gleich trauen: ”Boah! Eine Bürgermeisterrunde!” So reagierte Astrid Peters (SPD), ehrenamtliches Gemeindeoberhaupt, im ersten Moment. Im Hauptberuf, meint die Baumgartenerin, scheine das wohl “ein Trend” zu sein. 16 Bürgermeister gehören dem kommunalen Selbstverwaltungsorgan an. Stellte man die ehrenamtlichen Gemeindeoberhäupter gesondert dar, bestimmen sage und schreibe elf hauptamtliche Bürgermeister nicht nur das Geschick in ihrer Gemeinde, sondern auch im Kreistag entscheidend mit. Keine berufliche Fraktion im Kreistag ist auch nur annähernd so stark vertreten. Wie viel Bürgermeister – vor allem hauptamtliche – verträgt ein Kreistag, ohne Gefahr zu laufen, das austarierte Beziehungsgefüge zwischen den kommunalen Entscheidungsebenen auszuhebeln?
Von einem “zweischneidigen Schwert” spricht dennoch Kreispräsidentin Ilka Lochner-Borst (CDU). Laages Bürgermeisterin im Hauptjob meint, es sei gut, dabei zu sein und mit entscheiden zu können, wenn der Kreistag über Dinge berät, die die Städte und Gemeinden betreffen. “Entscheidend ist, dass ich Verantwortung dort und dafür übernehme, wo ich gerade sitze.”
“Schon ganz gut”, findet Güstrows Bürgermeister, Arne Schuldt (SPD), “dass Leute im Kreistag sind, die Übersicht haben und Fachverstand. Entschieden haben das ja die Wähler, die offensichtlich Vorschusslorbeeren für ihre Bürgermeister verteilten und so Vertrauen dokumentierten.” Abzuwägen sei natürlich immer zwischen den Belangen von Kreis und Stadt. Interessenkonflikte gebe es da immer wieder mal, vermutet Schuldt, der erstmals in den Kreistag eingezogen ist. Und verweist darauf, dass Güstrow erst kürzlich einen Prozess gegen den Landkreis gewonnen hat. Da ging es um eine zu hohe Nachberechnung der Kreisumlage…






